Am "Hasenropfer" Brunnen Zu einem in verschiedener Hinsicht hoch interessanten Dorfrundgang hatte der SPD-Ortsverein Löchgau in Zusammenarbeit mit dem Landtagskandidaten Thomas Reusch-Frey eingeladen.
Der stellvertretende Bürgermeister und historisch bewanderte Heinz Schneider hatte sich gern bereit erklärt, die vielen Interessenten durch das sonnige, nichts desto trotz frostige Löchgau zu führen. Ziel der verschiedenen Anlaufpunkte sollten die zahlreichen Skulpturen des ortsansässigen Künstlers Kai-Henning Seemann sein. Dem Landtagskandidaten Reusch-Frey war in seiner Initiative daran gelegen, zum einen „im Gespräch mit den Menschen“ zu sein, zum anderen die ideale Verwirklichung, dass Kunst öffentlich zugänglich sein sollte, in Löchgau zu betrachten.
Professor Seemann, der ursprünglich selbst die Führung übernehmen wollte, war durch einen Krankenhausaufenthalt verhindert, befindet sich aber inzwischen auf dem Weg der Besserung.
Der Rundgang begann am einzigen Werk, das der Künstler jemals in Beton gegossen hatte, dem Marktbrunnen, der ein schlichtes Abbild des dörflichen Lebens darstellt. Seemann, dessen künstlerische Karriere tatsächlich ohne Phasen des Scheiterns verlaufen ist, hat nicht nur für Löchgau, sondern auch für über hundert andere Orte Skulpturen von größter Ausdruckskraft gefertigt. Immer sind seine Figuren von Hintergründigkeit, Doppelsinn und Humor geprägt, wie „der Weinskandal“ auf dem Marktplatz, der „Hasenropfer“-Brunnen oder ein Teil der Schwäbisch Haller Figurengruppe „die Frau mit dem Esel“. Letzterem ist in der Sylvesternacht der Schwanz abhanden gekommen, aber die Bronzegießerei in Süßen wird das schon wieder reparieren.
Nach der Betrachtung der beeindruckenden „Kreuzigung“ an der Löchgauer Kirche und dem berühmten „Zundelheiner“ am Ortseingang gab es einen besondern Abschluss des Rundgangs. Frau Adelheid Dorn-Seemann führte ihre Besucher zu den mannigfaltigen Figurengruppen im Garten des Anwesens, das durch viele alte Bäume und eine besondere Atmosphäre den Skulpturen so etwas wie einen heimatlichen Platz gibt. Im Atelier durfte das neueste Werk von privaten Auftraggebern bewundert werden.

Frau Adelheid Dorn-Seemann im Gespräch mit Thomas Reusch-Frey.
Die Faszination, die für den Künstler in der Bewegung und der statischen Bewältigung von Leichtigkeit liegt, wird von ihm wieder einmal als Turnergruppe dargestellt. Trotz der unwirtlichen Kälte ließen sich die Teilnehmer sowohl von den geschichtlichen Details über den Ort Löchgau als auch der Vielfalt der künstlerischen Darstellung Seemanns faszinieren. Reusch-Frey und Robert Fiesel als Ortsvereinsvorsitzender bedankten sich bei allen Beteiligten für das große Interesse.