Behindertengerechte Testfahrt mit dem ÖPNV

Veröffentlicht am 25.11.2012 in Ortsverein

Erst kürzlich unternahmen Pleidelsheimer SozialdemokratenInnen mit einer befreundeten Rollstuhlfahrerin eine Testfahrt von Pleidelsheim nach Stuttgart und zurück.

Sie wollten am eigenen Leib erfahren, ob ein Niederflurbus nach Freiberg a.N. eingesetzt wird und ob man mit einer Rollstuhlfahrerin ungehindert und zumutbar Stuttgart überhaupt erreichen kann.

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Linie 444 (über Ingersheim) setzt vorwiegend Niederflurbusse ein, sodass es moeglich ist die S-Bahn in Freiberg a.N. zu erreichen. Bei der Linie 459 (direkte Verbindung Pldhm./Freiberg) wird es zum Lotterie-Spiel, weil nicht alle Busse einen behindertengerechten Ein- bzw. Ausstieg haben. Selbst mit Hilfe einer Begleitperson sind vorhandene Barrieren nicht zu überwinden – schon gar nicht gefahrlos! Alle angesprochenen Busfahrer waren jedoch zuvorkommend und jederzeit auskunfts-bereit.

Die Fahrt mit der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof Stuttgart verlief anstandslos. Der Ein- und Ausstieg ist eben, der zu überwindende Abstand vom Wagen zum Bahnsteig ist mit fremder Hilfe möglich und die Aufzüge funktionieren. Ortsunkundige wären jedoch für eine Überarbeitung der Hinweisschilder/Piktogramme dankbar.

Sollte allerdings ein Rollstuhlfahrer nach Ludwigsburg mit dem ÖPNV fahren wollen, so bleibt ihm nur der Bus, weil ein Ein- oder Ausstieg bei der S-Bahn auf dem Ludwigsburger Bahnsteig nicht möglich ist. Die Höhe vom Wagen zum Bahnsteig ist unüberwindbar. Das gleiche gilt an den Stoppstellen Favorite, Kornwestheim und Feuerbach.

Die Stuttgarter Innenstadt ist nahezu barrierefrei nutzbar, vorausgesetzt, dass immer eine Begleitperson für individuelle Unwegbarkeiten dabei ist. Einkaufsläden in der Königsstraße, Staatstheater, Landtag, Staatsgallerie und Haus der Geschichte sind behindertengerecht – auch die WCs. Lediglich die Landesbibliothek hat erheblichen Nachholbedarf.

Die Pleidelsheimer SozialdemokratenInnen wollen am Thema Barrierefreiheit und Inklusion weiter arbeiten und stärker in die Öffentlichkeit tragen. Nur so werde es möglich sein, die Bürger mitzunehmen – nicht Menschen mit Behinderungen müssen sich an die Strukturen anpassen, sondern Strukturen müssen sich an den betroffenen Menschen orientieren.

Lothar Muchenberger

 

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