Facebook – nein, danke!

Veröffentlicht am 01.12.2010 in Ortsverein

Unter dem Thema: was geschieht mit meinen persönlichen Daten im Internet? organisierte der örtliche SPD Ortsverein einen Informationsabend für Jung und Alt im hiesigen Jugendhaus Pyramide.

Nachdem Jugendliche oftmals völlig freimütig und großzügig mit ihren persönlichen Daten im Internet umgehen und die Eltern- oder Großelterngeneration von Facebook, twittern und bloggen 'null Ahnung' haben, konnte Kurt Jäger vom Chaos Computer Clubs Stuttgart als Referent gewonnen werden. Er informierte über Datenschutz und Kommerzialisierung, über Vor- und Nachteile der sozialen Netzwerke, aber auch über geldwerte Verluste der Nutzer durch Auswertungen der vermeintlich unwichtigen persönlichen Daten.

Was ist mit geldwerte Verluste gemeint? Mit den persönlichen Daten von Beschäftigten können Unternehmen die soziale Lage der Beschäftigten ausnutzen um z.B. Lohnabschlüsse zugunsten der Unternehmen beeinflussen. Weiterhin kann durch die Analyse des Konsumverhaltens eine Gewinnmaximierung für die Unternehmen erreicht werden. Die persönlichen Daten stellen also für Unternehmen eine geldwerten Vorteil, die aus den scheinbar unwichtigen persönlichen Daten gewonnen werden, dar. Er informierte die Anwesenden über die unglaublichen Zusammenhänge, die durch millionenfaches Verhalten beim Einkauf mit Kreditkarten gewonnen werden, weil sie sowohl marktorientiert aber auch soziologisch ausgewertet werden. Heute sind z.B. schon 500 Millionen Nutzer im Facebook (bei 7 Milliarden Weltbürgern), obwohl diese Art der Telekommunikations-Verbindung erst seit 2003 möglich ist. Dass dadurch auch Dritte dementsprechende Informationen auswerten, und je nach ihrem Gusto ökonomisch verwenden, ist letztlich die Folge dieser nicht mehr wegzudenkenden globalen Informationstechnik. Es stellt sich die Frage, warum investieren Firmen wie Facebook und Co immense Summen von Dollar und EURO in eine Technik, die kostenlos den Nutzern zu Verfügung gestellt werden? Sicherlich nicht um uns einen Gefallen zu tun, sondern aus rein wirtschaftlichen Gründen; Daten werden gesammelt, um ausgewertet und gewinnbringend vermarktet zu werden.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass sowohl Ängste und Risiken vorhanden sind als auch Chancen für Jedermann eröffnet werden, die niemals vorher möglich gewesen waren (z.B. Patientennetzwerke). Auch der Schutz der Bürgerrechte und die Vorratsdatenspeicherung wurde äußerst kritisch betrachtet – ein Diskussionsteilnehmer erinnerte in diesem Zusammenhang an das von Georg Orwell 1984 veröffentlichte Buch, in welchem von einem totalitären Überwachungs- und Präventionstaat die Rede war. (Großer Bruder, big brother is watching you)
Das Fazit des Abends: Die Versammlungsteilnehmer wurden nachdenklich und sensibel, wenn es um die Weitergabe von persönlichen Daten geht. Die allmächtige Telekommunikation bedeutet nicht nur Segen, sonder auch Fluch. Eltern und Großeltern sollten sich intensiver mit dieser Problematik auseinandersetzen, sodass sie mit ihren Kindern oder Enkeln einen gemeinsamen Weg der digitalen Post im Internet finden.

 

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