m Rahmen der politischen Weiterbildung informierte der SPD Ortsverein Pleidelsheim in seiner Monatsversammlung über die Nahost-Problematik. Als Referent konnte er Herrn Pierre Schmid, Theologiestundent aus Tübingen, gewinnen, der seine profunden Kenntnise sowohl im Referat als auch in der anschliessenden Diskussion weitergab.
Zunächst ging er auf die Vorgeschichte Israels und Palästinas ein, erklärte die Hintergründe der Juden und Araber bezüglich ihrer religiös- und historisch begründeter Gebietsansprüche und ging schließlich auf die geographische Bezeichnung 'Naher Osten' ein. Danach sprach er über die zionistische Einwanderung nach Palästina, über die britische Mandatszeit (Völkerbundmandat für Palästina) bis hin zur Staatsgründung Israels (1948).
Die folgenden Kriege - Palästinakrieg 1948/1949, der 6-Tage-Krieg (1967), der Jom-Kippur-Krieg 1973, die beiden Libanonkrieg 1982 und 2006, die beiden Krieg im Gazastreifen 2008 und 2014 und nicht zuletzt die zahlreichen Bedrohungen durch die beiden Intifadas, und der irakische Angriff auf Israel erklären die permanente Existenzangst der Israelis.
In der anschließenden Diskussion wurde aber auch auf die ständigen Verletzungen von UN-Resolutionen durch Israel hingewiesen. Selbst der ehemalige israelischen Präsident Schimon Peres, warf der eigenen Netanjahu-Regierung fehlenden Friedenswillen vor, so ein Diskussionsteilnehmer - "wer dem Friedensprozess entsage, lebe in einer Illusion und sei kein Patriot, so Peres vor wenigen Tagen bei einer Gedenkveranstaltung für den 1995 ermordeten Regierungschef Jitzchak Rabin in Tel Aviv.
Die gut besuchte Versammlung war sich darin einig, dass die Gewaltspirale durchbrochen werden muss, um eine dauerhafte friedliche Koexistenz zu ermöglichen. Ob dabei das Festhalten an der israelische Siedlungsobsession hilfreich ist, wird allerdings bezweifelt und die Entscheidung Schwedens, den Staat Palästina anzuerkennen, bleibt eine diplomatische Herausforderung der verantwortungsbewußten Staatengemeinschaft.

Lothar Muchenberger