PLEIDELSHEIM: Mit dem Motto 'Kernkraft ist Öko-Energie' hat die CDU den Streit über den Atomausstieg neu entfacht. Im Kampf gegen explodierende Energiepreise setzt sie auf Atomstrom, der aus ihrer Sicht nicht nur den Geldbeutel schont, sondern auch dem Klimaschutz dient und Treibhausgase verhindert.
Dies war Anlass eines Referats über Kernenergie und deren Technik, welches Dipl. Ing. Hermann Höhne mit kompetentem Hintergrundwissen vortrug. Aber auch die Betriebssicherheit, die Brennstoffver- und entsorgung, sowie bisherige Unfälle waren ein Schwerpunkt seiner Ausführungen. Bereits bei der Uranförderung würden hochgradig gesundheitsgefährdende radioaktive Stoffe freigesetzt und das 'Märchen' von der CO²-freien Urangewinnung entzauberte Höhne durch nüchterne Fakten. Er wies auf das Risiko eines atomaren Super-Gaus hin, denn in den letzten Jahren hat es immer wieder – weltweit, aber auch in Deutschland – gravierende Störfälle in Atomkraftwerken gegeben, die bei ungünstigem Verlauf zu verheerenden Strahlenverseuchungen geführt hätten. Einen atomaren GAU – wie im Fall von Tschernobyl – kann auch in Zukunft niemand mit Sicherheit ausschließen.
Darüber hinaus besteht neben technischen Störfällen, weiterhin das Risiko eines terroristischen Angriffs auf ein Atomkraftwerk, so ein Diskussionsteilnehmer. Ein weiterer Redeeinwand beschäftigte sich mit der Entsorgung und der Endlagerung. “Alle sprechen davon, dass wir unseren Kindern und Enkeln keine öffentliche Verschuldung hinterlassen sollen. Sie sollen Handlungsspielraum über ihr eigenes Leben erhalten. Was aber ist mit dem Atommüll? Nirgendwo in Deutschland ist auch nur annähernd die Akzeptanz eines Atom-Endlagers in der Bevölkerung zu erkennen! Ist das zukunftsweisend?“ Und weiter eine Teilnehmerin, die verständliche Ängste über die stark steigenden Energiekosten, insbesondere für Öl und Gas, ansprach. „Atomstrom sei keine Alternative, denn mit Atomstrom lasse sich weder ihr Haus beheizen noch ihr Auto fortbewegen. Und trotz laufender Atomkraftwerke ist der Strompreis hoch und nichts spricht dafür, dass der Energieerzeuger ihn nach einer Verlängerung von Laufzeiten senken würden.“
Das abschließende Resümee der Versammlungsteilnehmer war, dass wirklicher Klimaschutz nur mit erneuerbaren Energien zu erreichen ist. Nur regenerative Energiequellen und konsequentes Energiesparen verursachen wesentlich weniger CO²-Emissionen als Atomkraftwerke. Mit dem Festhalten an der Atomenergie werden wichtige Investitionen für neue effizientere Kraftwerke und vor allem für Erneuerbare Energien verhindert. Das wäre kontraproduktiv!
Die Versammlung beauftragte ihren Vorsitzenden, Bundes-Umweltminister
Sigmar Gabriel durch ein Schreiben in seiner Standhaftigkeit zu unterstützen und am Atomausstieg weiterhin festzuhalten.