'Muslimisches Gräberfeld'?

Veröffentlicht am 25.07.2014 in Ortsverein

Den jüngsten Presseberichten zufolge könnten Leser zu dem Ergebnis kommen, dass der Pleidelsheimer Gemeinderat ausdrücklich über ein 'Gräberfeld für Muslime' abgestimmt hat.

Deshalb diskutierte der Ortsverein diese Thematik in seiner jüngsten Monatsversammlung. Dabei wurde schnell klar: Abgestimmt wurde über ein Gräberfeld, welches die Ausrichtung von 12 vorgesehenen Gräbern in Richtung Mekka vorsieht. Damit wurde eine Voraussetzung dafür geschaffen, dass auch ortsansässige Muslime hier ihre Totenruhe finden können. Die Bezeichnung "Gräberfeld für Muslime" ist deshalb irreführend. Die Pleidelsheimer Sozialdemokraten halten diese Klarstellung für wichtig, um evtl. aufkommenden "Stammtischdiskussionen" im Vorfeld schon das Wasser abzugraben.

Beim Umgang mit Sterben, Tod und Trauer spielt die religiöse Prägung und kulturelle Her-kunft der Betroffenen eine besondere Rolle. Dessen waren sich die Diskussionsteilnehmer bewusst und begrüßten deshalb den Vorstoß der Verwaltung auf unsere muslimischen Bürger zuzugehen und Ihnen eine entsprechende Möglichkeit anzubieten. Dies hat etwas mit Toleranz und Wertschätzung zu tun und führt letztlich zu einer besseren Integration. Die Integration darf nicht mit dem Tod eines Menschen enden. Es ist der Wunsch von immer mehr Muslimen, dass sie den Ort der Trauer in ihrer Nähe haben und nicht im fernen Herkunftsland ihrer Vorfahren.

Die dazu erforderliche Ausrichtung der Gräber in eine bestimmte Himmelsrichtung stellt keinerlei Eingriff in die Friedhofsordnung dar. Somit bleibt auch der Standpunkt der Pleidelsheimer Sozialdemokraten unberührt, dass es auf einem Friedhof der Öffentlichen Hand - nicht auf Privatfriedhöfen - grundsätzlich keine Grabfelder mit irgend einer religiös begründeten Einschränkung geben darf. Sollte jemand rein muslimische Gräberfelder wollen, dann könnte man logischerweise mit gleichem Recht katholische, evangelische oder neuapostolische Gräberfelder fordern oder solche für die Zeugen Jehovas oder auch für Atheisten.

Lothar Muchenberger

 

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