In Berlin kamen am 29. August etwa 400 SPD-Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet, die ehrenamtlich in der Asyl-Arbeit engagiert sind, auf Einladung der SPD und der SPD-Bundestagsfraktion zu einem Ehrenamtsempfang unter dem Motto „Wir sind viele. Sozialdemokratisches Engagement für Flüchtlinge“ zusammen, unter ihnen auch der SPD-Ortsvereins-Vorsitzende Dr. Friedrich Löblein aus Pleidelsheim. Im Otto-Wels-Saal, dem Fraktionssaal der SPD im Reichstagsgebäude, wurden politische Reden gehalten und Berichte aus der Praxis gegeben.

Gespräch mit dem Vizekanzler und SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel
Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel erinnerte an die massenhaften Erfahrungen unzähliger Familien, unseres ganzen Landes und auch der SPD mit Flucht und Asyl – Otto Wels selber musste 1933 ins Asyl nach Frankreich fliehen. Gabriel sprach die gute SPD-Tradition der Solidarität mit Flüchtlingen und Asylsuchenden an. 800 000 neue Flüchtende im Jahr 2015 stellen nicht nur die Bundespolitik und die Länder, Landkreise und Kommunen, sondern auch die Zivilgesellschaft vor „die größte Herausforderung seit der Wiedervereinigung, ja des 21. Jahrhunderts insgesamt“ – wie sie teilweise noch viel stärker ist in anderen Ländern außerhalb der EU. „Humanität, Anstand, die Verfassung und Mitmenschlichkeit“ sind die Grundlagen für das Ehrenamt der „eigentlichen Deutschen“, so Gabriel an die Anwesenden gerichtet. 3-fach sei Integration nötig: im Blick auf die zu uns kommenden Menschen – in unserer Gesellschaft über die Grenzen von Kulturen, Religionen, Wohnungs- und Arbeitsmarktkonkurrenz hinweg – innerhalb der Europäischen Union. Ziel der Globalisierung ist „nicht Reichtum für wenige, sondern Gerechtigkeit für alle“, so Sigmar Gabriel.

Dr. Friedrich Löblein beim Ehrenamtsempfang der SPD in Berlin
Die Migrationsbeauftragte des Bundes, Aydan Özoğuz, formulierte das geflügelte Wort „Keiner wünscht, dass Flüchtlinge kommen“ um in den Satz „Keiner wünscht, dass Menschen flüchten müssen“. Die Flüchtlings-Aktion der SPD steht 2015 unter dem Motto und Anspruch: „Willkommen bei Freunden“ (angelehnt an der Fußball-WM 2006 „Die Welt zu Gast bei Freunden“). Özoğuz erlebe immer sehr stark, dass das ehrenamtliche Mitwirken in der Asylarbeit „die Wärme unseres Landes ausmacht“. Sie erinnerte auch an die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich des Besuchs in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin, wonach „Solidarität die Grundlage der Demokratie“ ist – wie auch die der SPD.
Die Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) dankte ebenfalls den anwesenden SPD-Mitgliedern – und mit ihnen stellvertretend allen unzähligen Asyltätigen – für ihren unermesslich wichtigen und bewundernswerten Einsatz vor Ort.
Beeindruckend und sehr bewegend war die poetische Asyl-Meditation einer jungen Frau, Enkelin von Flüchtlingen aus Syrien: „… doch ich bin ein Flüchtling“. Eine Dankurkunde für jeden Anwesenden rundete den Ehrenamtsempfang ab.
Dr. Friedrich Löblein