Diese Frage stellten sich Besucher in der erst jüngst stattgefundenen Monatsversammlung des SPD-Ortsvereins Pleidelsheim. Dass es sich um eine Methode einer Gas- oder Ölförderung handelt, war zwar den meisten bekannt, wie diese erfolgt, allerdings nicht.
Der Begriff Fracking steht für 'Hydraulic Fracturing' – in Tiefbohrungen wird Schiefergestein mit einem Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch aufgebrochen, um das eingeschlossene Gas aus den Hohlräumen entweichen zu lassen. Rund 13 Jahre lang könnte Deutschland seinen Gasbedarf mit solchen Vorkommen decken, schätzen Experten. Kritiker hingegen befürchten, dass durch den Einsatz dieses Chemikalien-Cocktails das Trinkwasser verseucht werden könnte. Die britische Firma Parkyn Energie Germany Ltd. will nun ihre Konzession für Fracking in der Bodensee- und Oberschwaben-Region verlängern, um weitere Bohrungen und Erkundungen zu erzielen. Sie drohen gar dem zuständigen Freiburger Regierungspräsidium mit einer Klage, sollte die Genehmigungsbehörde nicht umgehend die Konzession verlängern. Fracking wird hingegen in der Bevölkerung, von Naturschutzverbänden, aber auch von Parteien im Südwesten weitgehend abgelehnt.
Mehr als ein Drittel der baden-württembergischen Bevölkerung bezieht das Trinkwasser aus dem Bodensee – so auch Pleidelsheim. (Übrigens: der Pleidelsheimer SPD-OV besichtigte 2011 die Bodensee-Wasser-Versorgung in Sipplingen) Aus keinem anderen zusammenhängenden Wasservorkommen werden mehr Menschen mit Trinkwasser versorgt: nicht im Ruhrgebiet, nicht in Hamburg, Berlin oder München. Selbst die internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee betrachtet das Fracking mit Sorge. Das Risiko dieser Methode ist offensichtlich zu groß, dass unser Trinkwasser plötzlich belastet wird.
Die Pleidelsheimer SozialdemokratenInnen fragen sich, was Pleidelsheim, als Abnehmer von Bodenseewasser, tun kann!
Lothar Muchenberger