Wien – Weltstadt der Musik und der Sozialdemokratie

Veröffentlicht am 07.11.2008 in Ortsverein

Im Zuge einer 4-tägigen politischen Weiterbildungsreise besuchten Pleidelsheimer SozialdemokratenInnen und Freunde des Ortsvereins sowohl das Österreichische Parlament, als auch das Wiener Rathaus. Sie hatten Gelegenheit sich mit Abgeordneten und Referenten auszutauschen und über die gesellschaftliche Entwicklung Österreichs zu informieren. Auch Bildungs-, Sozial- und Gesundheitspolitik wurden angesprochen und diskutiert. Gleichwohl wurde das 'Rote Wien' mit einer Extra-Besichtigungsfahrt favoritisiert.

Als 'Rotes Wien' wird das Wien der Zeit von 1918 bis 1934 bezeichnet, als die Donaumetropole von den mit absoluter Mehrheit gewählten Sozialdemokraten regiert wurde. In dieser Zeit wurden wegen der extremen Wohnungsnot mehr als 60.000 Wohnungen als Gemeindebauten errichtet. Große Wohnblocks wurden um einen Hof mit weiten Grünflächen gebaut. Berühmte Beispiele sind der Karl-Marx-Hof oder der George-Washington-Hof. Die Wohnungen wurden nach einem Punktesystem vergeben. Familien oder Personen mit einer Behinderung erhielten Pluspunkte. Die neuen Wohnungen wurden zu 40 Prozent aus dem Ertrag der im Land Wien eingeführten Wohnbausteuer und der Rest durch die Wiener Luxussteuer und Bundesgelder finanziert. Damit konnte die Mietzinsbelastung in den städtischen Wohnungen für einen Arbeiterhaushalt auf 10 Prozent des Einkommens gesenkt werden, während es vorher 30 Prozent waren. Bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit wurde der Mietzins gestundet. Bis heute noch haben die seit 1945 in ununterbrochenener Folge regierenden Wiener Sozialdemokraten dieses Wohnanforderungsgesetz als Grundlage für die aktuelle Gesetzgebung beibehalten. Der heutige städtische Wohnungsbesitz beträgt über 200.000 Mietwohnungen, welcher ca. 20 Prozent der Wiener Bevölkerung als sozialer Wohnraum dient. Einem Verkauf oder einer Privatisierung, wie sie derzeit zur Sanierung von öffentlichen Haushalten in deutschen Städten praktiziert wird, wird eine klare Absage erteilt.

Die 48-köpfige Besuchergruppe war sich darin einig, dass Wien nicht nur eine Weltstadt der Musik ist, sondern dass das soziale und politische Handeln der Sozialdemokraten als Vorbild für Städte und Gemeinden und deren Kommunalpolitiker dienen sollte.

Lothar Muchenberger

 

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Wir auf Facebook

SPD Landesvorsitzender

Andreas Stoch

Bundestag

Macit Karaahmetoğlu, MdB

Foto: BTG/StellaVonSaldern
Newsletter Februar 2025

Über den Tellerrand schauen

NachDenkSeiten

wikireal

Jugend in der SPD

Counter

Besucher:1028262
Heute:83
Online:2