Unter diesem Motto reisten Pleidelsheimer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nach Berlin. Sie besichtigten den Plenarsaal des Deutschen Bundestags im Reichstagsgebäude sowie die Glaskuppel, die sich zu einer vielbesuchten Attraktion entwickelt hat. Dabei bekamen sie einen Einblick sowohl über die politische Arbeit des Parlaments als auch über die architektonische Glanzleistung Norman Fosters. Anschließend stand der Heilbronner SPD Abgeordnete Josip Juratovic für Fragen zur gesellschaftlichen und politischen Entwicklung Deutschlands zur Verfügung und informierte die 46-köpfige Besuchergruppe über den derzeitigen Stand der Berliner 'Politszene'. Seine bescheidene Art und die ehrlichen Aussagen seiner politischen Auffassung fanden bei den Zuhörern Bewunderung und Hochachtung.
Der nächste Tag führte zunächst in den ehemaligen Dienstkomplex des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS). Dort befindet sich heute das Stasi-Museum, eines der meistbesuchten politischen Museen Berlins. Hier erfuhren die Pleidelsheimer Interessierten, dass für die Stasi zuletzt mehr als 91.000 hauptamtliche und weitere 189.000 inoffizielle Mitarbeiter (IM) im Einsatz waren. Teile der operativen Technik, wie versteckte Fotoapparate, Mikrophone und Waffen belegen die allgegenwärtige Bespitzelung der 18 Mio. DDR Bürger.
Im einstigen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen wurde die Besuchergruppe von ehemaligen Häftlingen durch die heutige Gedenkstätte geführt. Dabei erfuhr man authentisch die Formen und Folgen politischer Verfolgung und Unterdrückung in der DDR. Statt mit physischer Gewalt wurden die Häftlinge mit psychologischen Methoden zermürbt. Über den Ort ihrer Haft und die Gründe der Verhaftung ließ man sie bewußt im Unklaren. Systematisch bekamen sie das Gefühl vermittelt, einem allmächtigen Staat ausgeliefert zu sein.
Ein ausführlicher Stadtrundgang in Leipzig, welcher natürlich auch zum Initialzentrum der friedlichen Revolution, der Nicolaikirche führte, war Abschluß der 4-tägigen Informationsreise.