Endlich wieder Schule!

Veröffentlicht am 11.09.2020 in Ortsverein

„Endlich wieder Schule!“ – Diesen Satz höre ich diese Woche nicht nur einmal aus meinem Bekannten- und Freundeskreis. Viele Kinder freuen sich besonders jetzt auf das neue Schuljahr. So richtig Schule, wie man es sonst kennt, war ja die letzten Monate kaum. Die meisten Kinder hatten nur für einzelne Wochen vor den Sommerferien etwas Präsentzunterricht und so direkten Kontakt zu ihren Lehrern und Mitschülern. Die Freude auf die Schule ist daher absolut nachvollziehbar.

Kinder haben ein Recht auf Bildung!

Der Lockdown war nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die Sprösslinge eine herausfordernde Zeit. Ihnen fehlten der Kontakt zu ihren Freunden und Großeltern, die Bewegung, Freizeitaktivitäten, aber auch der Zugang zu Bildung. Der Frust der Eltern war nicht nur wegen der erhöhten Belastbarkeit durch Home-Office, Home-Schooling und Betreuung gestiegen, sondern weil man zu Recht den Eindruck gewinnen konnte, dass Bedürfnisse der Familien und Kindern plötzlich weit hinten anstehen. Bei der Diskussion, welche Bereiche nach dem Lockdown zuerst geöffnet werden sollten, schien alles, selbst die Bundesliga, eine größere Bedeutung zu haben als die Öffnung von Kitas und Schulen. Man kann also nicht genug betonen, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben und die Gesellschaft verpflichtet ist, Bildung und Ausbildung zu gewährleisten. Dafür, dass das Kultusministerium sehr kurzfristig und per Pressemitteilung die neuen Corona-Verordnungen bekannt gab, können wir sehr froh sein, dass sich die Lehrkräfte und Schulträger so flexibel und schnell an die neue Situation angepasst haben.

Im neuen Schuljahr muss es besser laufen!

In der Kommunikation, Organisation und Prioritätensetzung muss sich etwas grundlegend ändern. Es reicht nicht, wenn Verordnungen theoretisch auf dem Papier gut aussehen. Sie müssen auch in der Realität in den Schulen umsetzbar sein. Am Montag starten die Schulen mit dem „Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen“. Sollte es zu regionalen Corona-Ausbrüchen kommen, wird per Fernunterricht weitergelernt. Leichter gesagt, als getan. Dass Baden-Württemberg hinsichtlich der Digitalisierung an den Schulen anderen Bundesländern hinterher hinkt, ist leider längst bekannt. Wie soll im Falle eines Lockdowns Fernunterricht funktionieren, wenn es selbst unter Normalbedingungen nicht funktioniert? Laut einer Umfrage könnten lediglich 5 Prozent der Schulen einen digitalen Unterricht gewährleisten; 90 Prozent sehen sich nicht in der Lage, einen zufriedenstellenden Fernunterricht anzubieten. Da hilft es auch nicht, pressewirksam Glasfaserkabel an Schulen zu verlegen, wenn die dazugehörige Hardware wie Laptops und Tablets fehlen. Abgesehen davon sind nur die wenigsten Schulen mit einem schnellen Internet versorgt. Aber auch viele Schüler verfügen nicht über digitale Endgeräte zu Hause, an denen sie Aufgaben lösen oder mit Lehrern kommunizieren können. Wenn dann nicht die Gelder aus dem bundesweitem Digitalpakt rasch abgerufen werden, ist das mehr als fahrlässig. Eine Digitalisierungsoffensive mit der dazugehörigen Infrastruktur wäre für unsere Lehrkräfte und Kinder die richtige Lösung, von der auch alle nach der Pandemie profitieren würden.

Daniel Haas
stlv. SPD Kreisvorsitzender
Designierter Landtagskandidat der SPD WK 14 (Bi.-Bi.)

 

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