Auswirkungen der Bundeswehrreform auf den Zivildienst

Veröffentlicht am 02.05.2011 in Ortsverein

in unserer erst kürzlich stattgefundenen Monatsversammlung wurde u.a. über die Auswir-kungen der Bundeswehrreform auf den Zivildienst heftig diskutiert. Mit großer Bersorgnis nahmen die Teilnehmer zur Kenntnis, dass mit der faktischen Aussetzung des Wehrdienstes zum 1. Juli 2011 auch gleichzeitig der Zivildienst wegfällt. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft, fragte OV-Vorsitzender Muchenberger? Schon heute fehlen 50.000 Fachkräfte in Pflegeeinrichtungen – in wenigen Jahren werden es sogar 400.000 sein. Schuld sei die demographische Entwicklung. Und da reiche auch nicht die Freizügigkeit auf dem europäischen Arbeitsmarkt, welche seit dem 1. Mai Gültigkeit hat.

90.000 Zivildienstleistende gibt es in Deutschland. Diese 90.000 fallen jetzt weg. (Auch wir in Pleidelsheim sind davon betroffen z.B. im Jugendhaus) Bundesfamilienministerin Schröder will erreichen, dass möglichst viele junge Männer und Frauen aufgrund der Bundeswehrreform einen freiwilligen Dienst machen. Kritiker halten davon allerdings gar nichts. Gerade für viele alte Menschen, aber auch z.B. für schwerbehinderte Kinder sind die 'Zivis' eine wichtige Hilfe bei der Bewältigung des Tagesablaufs. Wie der nötige Ersatz geschaffen werden kann ist bisher unklar. Es ist völlig illusorisch zu glauben, dass bei Wegfall des Zivildienstes zehntausende neue Vollzeitstellen über den Arbeitsmarkt geschaffen und finanziert werden können, so die Mehrheit in der Versammlung.

Die Überlegungen von Bundesministerin Schröder, einen bundesweiten freiwilligen Zivildienst einzuführen, sind zwar zu begrüßen, aber sehr fraglich, ob dieses Modell die Lücke tatsächlich schließen kann.

Es wurde diskutierten, ob in einer alternden Gesellschaft es sinnvoll und erstrebenswert wäre, dass junge Menschen verpflichtet sein sollten oder gar verpflichtet werden müssen, sich für eine bestimmte Zeit für unsere Gesellschaft zu engagieren. Dies wäre eine Chance für zusätzliche Sozialkompetenz, die im späteren Berufsleben so wichtig ist, so die überwiegende Meinung der Versammlung

Vorsitzender Muchenberger wurde beauftragt, die Position und Vorstellung der Bundes-SPD zu erfragen.

 

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