Hohenzollernstraße ist für alle da – keine Vorfahrt für Autos!

Veröffentlicht am 15.12.2009 in Ortsverein

Die Neugestaltung der Hohenzollernstraße sorgt für eine gewisse Unruhe bei den Anwohnern. Dabei verfolgen wir alle dasselbe Ziel:

Mehr Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer!


Einziger Knackpunkt: Einige favoritisieren Gehwege mit Bordsteinen, während wir Erkenntnisse von 'Shared Space' zu eigen machen wollen und barrierefreie Gehwege bevorzugen. Im niedersächsischen Bohmte besteht dieses von der EU geförderte Verkehrskonzept. In ihrem Ortskern zwängen sich täglich 13.000 Autos – darunter 1.500 Lastwagen – durch. Warum soll dann dieses Konzept nicht in der Hohenzollernstraße mit maximal 1.000 Autos funktionieren?
Der Grundgedanke des Shared Space sieht vor, öffentliche Straßen, wie z.B. die Hohenzollernstraße für den Menschen aufzuwerten. Statt einer dominanten Stellung des motorisierten Verkehrs soll der gesamte Verkehr mit dem sozialen Leben im Gleichgewicht stehen. Verkehrsteilnehmer sollen gleichwertig nebeneinander existieren und sich den Raum teilen. Zusätzlich zu mehr Lebensqualität soll auch die Verkehrssicherheit in der Hohenzollernstraße verbessert werden. Es darf nicht sein, dass die Hohenzollernstraße weiterhin als 'autogerechte Vorfahrtsstraße' erkannt und genutzt wird, während Fußgänger ausschließlich auf den Gehweg verdrängt werden. Der Autofahrer wird sich immer das Recht heraus nehmen, seine für sich reservierte und ausgewiesene Straße, mit entsprechender Geschwindigkeit zu nutzen.

Um dem entgegenzuwirken, verzichtet Shared Space im Zuge einer Nivellierung auf Bordsteine und Abgrenzungen und setzt stattdessen auf eine lediglich orientierende Unterteilung des Straßenraums. Für die Hohenzollernstraße bedeutet das, dass die nivilierten Gehwege verbreitert werden, extra Parkbuchten mit Baumrabatten erstellt, die Straßenbeleuchtung zwischen Gehwegen und Straße installiert wird und somit die Verkehrsfläche eingeengt würde. Des Weiteren würden sämtliche Verkehrs- und Hinweisschilder entfallen. Die Straßenverkehrsordnung wird reduziert auf deren oberste Maxime „Gegenseitige Rücksichtnahme” und das Rechts-vor-Links-Gebot. Mit diesen Maßnahmen wird eine gewollte Unsicherheit erzeugt, welche die Verkehrsteilnehmer dazu zwingt, den Raum situationsbedingt unter anderem durch Blickkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern einzuschätzen. Das Konzept ist mit der Situation auf einer Eisbahn vergleichbar. Auf einer abgegrenzten, einheitlichen Fläche bewegen sich Eisläufer mehr oder weniger ohne Reglementierungen. Erfahrene, schnelle Läufer müssen sich mit unerfahrenen, langsamen Läufern arrangieren und ihre Fahrweise der Situation anpassen. Kollisionen sind selten, weil jeder auf sein eigenes Wohl bedacht ist und Situationen mittels Blickkontakt rechtzeitig einschätzen kann.
Mit langsamerem Tempo verbessert sich zudem die Fähigkeit, auf andere Verkehrsteilnehmer zu reagieren. Reduzierte Geschwindigkeit hat außerdem eine verminderte Reibung zwischen Reifen und Straßenbelag zur Folge, was sich in einer spürbaren Lärmreduzierung und weniger Schadstoffausstoß ausdrückt.
Außerdem wollen wir erreichen, dass nicht nur die Sicherheit von Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern, sondern auch die von Blinden, Rollstuhlfahrern, Müttern mit Kinderwagen, Behinderten und älteren Menschen durch Barrierefreiheit berücksichtigt wird. Die Philosophie dieses von der EU unterstützten Verkehrskonzeptes bietet die Möglichkeit, unsere Strassen sicherer zu machen, gesellschaftliche Trennungen aufzuheben und somit die Attraktivität unseres Siedlungsquariers Achalmstr./Hohenzollernstr. zu erhöhen.
Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass wir eine in die Zukunft gerichtete Verkehrssituation bekommen, die nur Gewinner kennt. Dazu ist es notwendig, alle möglichen und erprobten Verkehrsphilosophien anzudenken. Wir laden Sie dazu ein.

Lothar Muchenberger

 

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